Igel-Hilfe-Hotline

Fall Sie, liebe Besucher meiner Website, auch auf ähnlich irrige "Ratschläge" und hirnrissige Entwicklungen stossen, können Sie mich darüber gerne per E-Mail informieren. Ich werde den Blödsinn dann hier veröffentlichen und bei Bedarf entsprechend kommentieren. Danke.

Kurioses, Peinliches und auch Beschämendes findet man gerade Anfang Herbst in Mitteilungen und Newslettern von "sach- und fachkundigen Experten" zum Thema "Igel". Hanebüchene Beispiele dafür, die ich zum Teil auch kommentiere, sehen Sie hier veröffentlicht. Wenn es nicht zum Heulen wäre, könnte man stellenweise in Anbetracht derartigen Blödsinns eigentlich nur noch lauthals lachen:

Das Allerletzte ....

07. November 2009
Horror pur
Wussten Sie schon, dass es einen offenbar lukrativen Internet-"Markt" für Igel gibt? Falls nicht, dann geben Sie doch mal bei Google das Stichwort "Weisse Igel" ein. Sie werden staunen - so wie ich auch, als ich gestern Abend aus konkretem Anlass die Probe aufs Exempel machte. Der konkrete Anlass war der dringende Verdacht, dass ein einheimischer Albino-Igel aus dem Landkreis Biberach per Internet zu schnellem Geld gemacht werden soll.

Gefunden im Web habe ich bis dato nichts, was offiziell auf eine "Ver- und Einkaufsbörse" für deutsche Albino-Igel schliessen lässt. Ist ja auch naheliegend, dass sich Personen, die tatsächlich Dreck am Stecken haben, nicht allzu schnell auf die Schliche kommen und in die Karten schauen lassen möchten.

Angeboten wird dagegen alles, was mit roten Augen und weissen Stacheln zu tun hat, unter dem Sammelbegriff "Afrikanische Weissbauch-Igel". Mit abstrusen Phantasienamen für diverse Farbnuancen. Auf einer Website wird u.a. auch erklärt, dass die angeblichen oder tatsächlichen Afrikaner Tiere sind, die bei ihrer Nahrungssuche weite Territorien bewandern. Gleichzeitig hat diese Website-Betreiberin nicht das geringste Problem damit, für eben diese "Haustier-Igel" eine "Terrarien-Grösse" mit den Massen von 120 x 50 x 50 cm für 1 - 2 Tiere (!!) als ausreichend zu deklarieren.

Wie abgebrüht, eiskalt und pervers ist unsere Gesellschaft eigentlich schon geworden, um bei ihrer offenkundig unersättlichen Gier nach immer noch mehr "Exotik" auch noch solche Tiere in Glasvitrinen mit an lächerlichem Kitsch kaum mehr zu überbietenden Accessoirs einzusperren?

Ich bin gerne bereit, dieses Thema an eine breite Öffentlichkeit zu bringen. Allein schaffe ich dies allerdings nicht. Und deshalb die Frage: Wer macht mit? Wer ist bereit, hieb- und stichfeste Fakten zu sammeln, um diesem Treiben so schnell wie nur möglich ein Ende zu bereiten?

Trauen Sie sich, schauen Sie nicht einfach weg und melden Sie sich bitte bei mir - im Interesse der leidenden Kreatur! Ich bin immer telefonisch oder auch per E-Mail zu erreichen. Siehe Seite "Kontakt".

Besten Dank im voraus!
Walter Tritschler

Verschiedene Zitate aus der Veröffentlichung einer nicht gerade kleinen, deutschen Naturschutz-Organisation:

18. September 2009
Lange Zeit galt das Einsammeln kleiner Igel im Herbst und die Überwinterung im Haus als probates Mittel, dem Wildtier Igel Überlebenshilfe zu geben. Die gut gemeinten Aktionen erwiesen sich jedoch als wenig hilfreich und werden nicht mehr praktiziert.

Stattdessen steht heute ein ganzes Maßnahmen-Paket im Vordergrund, das Igeln dort zum Überwintern hilft, wo sie zuhause sind: draußen in der Natur.

Unterkühlte Igel werden gewärmt mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche oder unter einer TASCHENLAMPE.


Meine Kommentare hierzu:
Schon allein der herablassende Begriff "einsammeln" ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich ernsthaft und in berechtigter Sorge um größtenteils völlig hilflose Lebewesen gekümmert haben und sich immer noch darum kümmern.

Die "gut gemeinten Aktionen" haben sich durchaus als hilfreich erwiesen und werden erfreulicherweise immer noch praktiziert.

"Ein ganzes Maßnahmen-Paket"? So schwätzen in der Regel Politiker, die sich als Dauerredner darstellen und dabei zum Thema überhaupt nichts sagen.

"Unterkühlte Igel" unter einer "Taschenlampe" wärmen? Warum nicht gleich mit einem batteriebetriebenen Miniatur-Schüsselloch-Sucher", der Energie spart?

Zitat aus den "Verhaltensregeln" für Igel-Finder - gefunden auf der Website einer durchaus renommierten deutschen Tierschutz-Organisation:

Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden. "Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich. Wir empfehlen die Einrichtung einer Futterstelle in geschützter Lage ....."

Die wenigsten Jungigel werden wirklich verlassen. Denn Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein.


Kommentar:
Was soll das? Die körperliche Schwäche eines Igels kann viele Ursachen haben. Was nützt da eine Futterstelle in geschützter Lage? Vertraut man einfach aufs Zufallprinzip? Besser keinen "Ratschlag" als einen solchen ...

Die wenigsten Jungigel werden wirklich verlassen? Woher will der Schreiber dieser Behauptung dies eigentlich wissen? Bei allen Igel-Babies, die ich bisher aufgenommen habe, war die Igel-Mutter nachweislich tot. Überfahren, vergiftet, in Kellerlichtschächte gefallen usw. Regelmäßig und gut ernährte Igel-Kinder verlassen ihr Nest im übrigen erst nachdem sie selbständig geworden sind, d.h. sich eigenständig in ihrer näheren Umgebung orientieren und bewegen können. Traurige Erkenntnis auch anhand dieses Beispiels: Theoretiker, die nur abseits jeglicher praktischer Erfahrung dummes Geschwafel von sich geben, sollten sich gegenüber Leuten, die wirklich auf probate Ratschläge angewiesen sind, tunlichst zurückhalten.

Bauernverband will Bibern an den Kragen

Foto: BR-online / Studio Franken

Der Bayerische Bauernverband (BBV) in Mittelfranken will den Biberbestand deutlich reduzieren. Das Maß des Erträglichen sei überschritten, so die Landwirte. Politiker aus anderen Regierungsbezirken sprechen sogar schon von einer "Biberplage".

Der BBV Mittelfranken hat einstweilen eine Unterschriftenaktion gestartet, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Ziel der Aktion sei es, die ungebremste Ausbreitung des Bibers in Mittelfranken zu stoppen und in ein ökonomisch vernünftiges Verhältnis zu bringen, so der BBV. Die Zahl der Biber in Bayern habe sich Schätzungen zufolge innerhalb von acht Jahren auf inzwischen rund 14.000 verdoppelt. Die Tiere würden Schäden an Äckern, Fischteichen, Wegen und sonstigen Einrichtungen anrichten. Der BBV warnt vor einer "schleichenden Enteignung und Entwertung des Eigentums".

CSU-Politiker fordert Bibertötung
"Alles, was volkswirtschaftliche Schäden anrichtet, muss dezimiert werden", forderte vor rund einem Monat auch der schwäbische CSU-Abgeordnete Reinhard Pachner. Er beklagte damals eine regelrechte "Biberplage". Umweltminister Markus Söder (CSU) stockte daraufhin den Fonds für Biberschäden um 100.000 Euro auf rund 350.000 Euro auf.

Bund Naturschutz wirbt für "friedliche" Lösung
"Die Jagd bringt zur Lösung von Konflikten nichts", argumentierte hingegen der Biberberater für Südbayern vom Bund Naturschutz (BN), Gerhard Schwab. Bislang werden Biber in Bayern nicht gejagt, weil sie ganzjährig unter Schutz stehen. Verbotenerweise würden nach Schwabs Angaben dennoch etwa 700 Biber im Jahr getötet, weil sie Schäden anrichten.

Quelle:
BR-online / Studio Franken
vom 14. März 2011








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